Ein Gefühl von Sättigung

Mit dem 31. Oktober 2017 endet das Reformationsjubiläum – auf dem Papier. Aber wie setzt sich die Veränderung in den Köpfen und auf den Festplatten der Beteiligten fort? Eine Auswahl der auf „Mensch, Martin!“ Porträtierten schildert hier ihr Luther-Fazit, was bleibt und wie es – möglicherweise – weitergeht. Nadja Pentzlin hält bis Februar 2018 das Escape& Museum in Speyer offen und hat sogar, gemeinsam mit einem befreundeten Ingenieur, eine „to-go“-Variante ihres temporeichen Reformationsspiels entwickelt: Die Lutherbox.

Wie haben Sie den 31. Oktober 2017 verbracht?
Nadja Pentzlin: Ich bin samt Lutherbox ins Sendestudio von Radio Rheinland-Pfalz RPR1 in Ludwigshafen gefahren und war Gast bei der Sendung „Einfach Himmlisch“. Es war eine nette Runde junger Leute eingeladen, darunter ein DJ, der in Kirchen auflegt, ein Theologie-Student, eine Jugendpfarrerin mit ihrer BFDlerin. Und ich. Nach der Sendung bin ich wieder nach Speyer gefahren, um die Lutherbox an einem Stand im Rahmen des Reformationsfests zu betreuen.

Das Lutherjahr ist offiziell beendet. Haben Sie das Gefühl, die Menschen sind erleichtert – weil „satt“ – oder bedauern sie es? Wie geht es Ihnen selbst damit?
Ich spüre ein klares Sättigungsgefühl – bei mir und bei meinen Besuchern. Vereinzelt kommen noch Gruppen, die sich nach wie vor für das Thema interessieren. Das liegt hauptsächlich an der Beliebtheit meines Escape&Museums.

Was hat Ihr Projekt verändert?
Die Teams haben sich immer wieder auf das Gruppenerlebnis bezogen, dass sie mit und bei dem Spiel hatten. Es kamen sogar Gruppen, die dem Thema Reformation eher ablehnend gegenüberstanden und nach dem Spiel ganz heiter, begeistert und erfüllt waren. So sehr, das manche wiederholt vorbeischauten.

Wie geht es weiter?
Mein Projekt läuft bis 23. Februar 2018. Danach ziehe ich aus dem Raum, den ich dafür privat angemietet hatte, aus. Aktuell suche ich nach einer Möglichkeit, das „Escape&Museum“ woanders zu etablieren, wo eine noch engere Verbindung zu Luther besteht. Ich hoffe, das gelingt.

Was würden Sie sich wünschen, dass die Gesellschaft an Veränderungspotential aus 2017 erhält und fortführt?
Dass sich die Gesellschaft unsere europäische (Reformations-)Geschichte bewusster macht.

Der Reformationstag war 2017 erstmals ein bundesweiter Feiertag. Alle hatten frei. Die Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland (aej) fordert, das so beizubehalten. Was meinen Sie dazu?
Auf jeden Fall! Ich bin dafür, lieber das Bewusstsein für einen bedeutenden Aspekt unserer Geschichte zu schaffen, als Halloween zu feiern, das kaum prägend für unsere Kultur ist.

Fotos: Privat

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