95+1: Nicht ablassen!

Zwei Jahre lang stellte sich die „Mensch, Martin!“-Redaktion der Herausforderung, das Interesse junger Menschen an 500 Jahren Reformation zu wecken. Ein ehrgeiziges, nicht unumstrittenes Vorhaben. Die Veröffentlichung von Martin Luthers 95 kirchenkritischen Thesen 1517 liegt zu lange zurück, um 16 bis 30-Jährige mit dem Eventcharakter des Ereignisses locken zu können. 2017 sieht es so aus, dass jeder fünfte Jugendliche mit kirchlichen Strukturen nichts anfangen kann, in Ostdeutschland sogar jeder dritte.

Wir fragten deshalb 95 junge Menschen aus allen
16 Bundesländern und auch weltweit nach ihrer Lesart von Reformation. Wie sie Kirche aufstellen würden, damit sie attraktiv wird. Wo sie sich in ihrer Stadt, an ihrer Schule oder in ihrem Verein (ehrenamtlich) einbringen, oder welche Haltung sie an sich selbst reformiert haben. Was sich verändert. Und was sich ändern muss, damit sich ihre Generation in Politik und Gesellschaft gut vertreten fühlt.

Ihre Geschichten dokumentierte unser Blog, der mit dem Tablet-Logo ein dynamisches, unverwechselbares Motiv bekommen hat und, gefördert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, als einziges Format das Reformationsjubiläum aus Sicht junger Menschen darstellte. Sie bringen die Energie auf, zu verändern: „Gestaltet euer Leben! Macht euch Werte zu eigen.ʺ Immerhin zählten zu Martin Luthers Unterstützern der ersten Stunde Studierende der Universität Wittenberg, sowie der 14 Jahre jüngere Philipp Melanchthon.

Die historische Ereigniskette der Reformation spielte in den Beiträgen eine geringe Rolle. Die Person Luthers stand nicht im Vordergrund. Stimmt, der Titel mochte Gegenteiliges suggerieren, dass wir dem Menschen Martin auf den Zahn fühlen würden. Tatsächlich behandelte der Blog, was Reformation bewirkt. Angestoßen von Menschen wie Martin. Das gefiel den meisten Lesern gut. Nicht allen. Es gab auch Vorwürfe, „Mensch, Martin!ʺ würde die Bedeutung der Reformation schönreden. Einige Fälle konnten wir sachlich klären. Andere nicht. Ketzer sind nützlich. Interessant: Die festgefügten Meinungen waren nicht die junger Menschen. Vielleicht ist das eine Chance, vielleicht ein Risiko. Im Thema Reformation steckt jedenfalls Potential! 95+1: Nicht davon ablassen!

 

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