Erklär‘ mir, Google – den Ablass

Refo-Reporter Nils Novak (18), der sein FSJ digital mit dem Lutherjahr 2017 zusammenbringt, stellt diesmal fest: Reformation ist ein Heimspiel! Solche kennt Nils normalerweise von seinem Ehrenamt als Fußball-Schiedsrichter. Martin Luther als Spielemacher vor der eigenen Haustür war ihm bislang weniger bewusst. Dass Luther in Magdeburg die evangelische Kirche etablierte und dem durchtriebenen Bischof Albrecht, der Geld aus dem Handel mit Ablassbriefen selbst einstrich, viele schlaflose Nächte bereitete. Nils hat die Schauplätze von einst mal in heutigem Licht betrachtet. Und auf dem Display seines Smartphones.   

Durch mein Projekt „Lutherjahr 2017“ im Freiwilligen Sozialen Jahr bin ich überall auf der Suche nach den Spuren Martin Luthers, diesmal in meiner Heimatstadt Magdeburg. Meine Erkundungstour beginnt beim Wahrzeichen der Stadt, dem Dom, wo ich den Ablasskasten des Dominikanermönchs Johann Tetzel besichtigte. Fotografieren: Verboten! Macht nichts, ich hatte keine Ahnung, wofür dieser Kasten einst gut war. Google erklärte es mir. Der Tetzelkasten war nichts anderes als eine Geldtruhe. Nachdem man gesündigt hatte, kaufte man sich durch Geld vom Fegefeuer frei. So stand es im Ablassbrief. Für Bischof Albrecht, der mit dem Ablass-Gewinn seine Schulden abstotterte, ein gutes Geschäft.

An Luthers Wirken in Magdeburg erinnert das Lutherdenkmal vor der St.-Johannis-Kirche. 500 Jahre später ist St.-Johannis ein ehemaliges Kirchengebäude, mitten in der Altstadt. Es wird als Konzerthaus genutzt. Das Lutherdenkmal vor der Kirche ist kaum zu übersehen. Es würdigt das Wirken des Reformators, der sich häufiger in der Stadt aufhielt. Durch sein Predigen begann in Magdeburg um 1524 die Reformation und die Stadt wurde zum Bollwerk des Protestantismus.

Schon krass, wie ein Typ die Stadt so verändern konnte trotz Gegenwehr anderer.

Ganz in der Nähe der Johanniskirche liegt die Wallonerkirche. Die stand als nächstes auf meiner Besuchsliste, denn auch dort hielt Luther mehrere Predigten und auch das trug dazu bei, die Reformation in der Stadt voranzutreiben. Ergebnis: Fast alle Kirchen der Stadt Magdeburg wurden evangelisch und die katholische Messe abgeschafft. Also wer auf den Spuren Luthers ist, wird in Magdeburg fündig. Ich selbst war überrascht, was der Reformator in meiner Heimatstadt alles bewegt hat. Das hätte ich vorher echt nicht gedacht! Wieder was gelernt. Wobei mir Google ab und zu auf die Sprünge half.

Fotos: Nils Novak

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